Tracklist:
Side One
Canta Brasil
Feitio De Oracao
Adios, Adios Morena
Conceicao
Baia
Copacabana (arr. Ogermann)
Side Two
O Que E Que a Bahiana Tem?
Linda Flor
Quasi Amor
Terra Seca
Mambo Recife (Ogermann)
Os Pintinhos No Terreiro
Descriptive
text written in German about this album (author unknown):
Kurt Edelhagen: Holiday In Brazil
Polydor 2537 534 SLPHM von 1960
Der bedeutendste deutsche Big Band
Leader der Nachkriegszeit ging nach seiner Zeit in Baden Banden beim
Südwestfunk (vgl. dazu u.a. meine Einträge zur CD "Trumpet
Blues" in diesem Thread) 1957 nach Köln zum WDR und etablierte
dort eine absolute All Star Band der europäischen Spitzenklasse,
die neben der von Ted Heath in England außerhalb der Staaten
ihresgleichen suchte.
Edelhagen (1920-1982) war weniger ein
begnadeter Musiker, als vielmehr ein perfekter "Musik-Manager", dem es
gelang, die absolut besten Jazz-Musiker des alten Kontinents zu
verpflichten. Zu diesen 17 Männern aus 9 Nationen gehörten
u.a.:
der Schweizer Schlagzeuger Stuff Combe
und sein Landsmann Raymond Droz (Posaune),
die jugoslawischen Trompeter Milo
Pavlovic und Dusko Gojkovic,
der schottische Altsaxophonist Derek
Humble und der Engländer Jimmy Deuchar (Trompete),
der Holländer Rob Pronk (tp),
der österreichische
Tenorsaxophonist Karl Drewo (später Professor für Jazz an der
Musikhochschule Graz) und sein Landsmann Johnny Fischer am Bass,
der jugoslawische Pianist Bora
Rokovic; zuvor saß der Belgier Francis Coppieters an den
weißen und schwarzen Tasten
und die Deutschen Fritz Weichbrodt
(Trompete), Manfred Gaetjens (Posaune), Heinz Kretschmar (as) und Kurt
'Bubi' Aderhold (Baritonsaxophon).
Dieses "Who Is Who" brillierte mit
einem an Stan Kenton angelehnten Stil von krachenden
Bläsersätzen und kühl-progressiven Soli. Viel
Gebrauchsmusik bis zum Schlager wurde gespielt, gar ein Udo
Jürgens von Edelhagen mitentdeckt. Aber das eigentliche Anliegen
war natürlich der Jazz bzw. der Swing.
Hier haben wir es mit 12
wunderschönen südamerikanischen Rhythmen wie Cha Cha, Mambo,
Samba oder Baion zu tun, alle sehr feurig-swingend dargeboten. Die
Arrangements stammen - man lese und staune - von Claus Ogermann, auch
seine Eigenkomposition "Mambo Recife" gehört zum Programm. Mit
Titeln wie "Canta Brasil", "Copacabana" (nicht das Ding von Barry
Manilow!) oder "Os Pintinhos no Terreiro" entführt uns die Band an
die Strände Brasiliens und vermittelt einen Eindruck, auf welch
hohem musikalischen Niveau das Ensemble stand - ich würde sagen,
bis heute unerreicht.